KiBe Lager 2019 Grimsel

Endlich war Samstag, ein spannendes Kletterlager stand uns bevor. Mit mehreren Kleinbussen fuhren wir los. Oder auch nicht, eine Gruppe hatte nämlich das Pech einen kaputten Bus zu erwischen. Dank einer Glace und kreativen Ideen um die Zeit zu vertreiben, konnte die Zeit gut überbrückt werden. Bei der Ankunft in der Bäregghütte war schon ein Apéro vorbereitet. Nach dem Einrichten und einem feinen Abendessen wurde auch schon die erste Nacht im Schlafsack übernachtet.

Der erste Tag begann kurz vor sieben Uhr. Nach dem Frühstück wurde uns das Programm mitgeteilt. Wir gingen Plattenklettern. Nach einem kurzen Einführungskurs in verschiedenen Gruppen gings los. Der Klettergarten bot alles Mehrseillängen, einfache Routen und schwere Routen. Die Zeit vor dem Mittagessen verbrachten die meisten Seilschaften in Mehrseillängen. Später wurde noch Toprope in allen Schwierigkeitsgraden geklettert. Wir kamen dann eine Stunde später als gedacht zurück zu unserem Lagerhaus.

Auch am zweiten Tag war es schönes Wetter. Allerdings nicht mehr so wunderschön wie am Tag zuvor. Heute ging es an die Mehrseillängen. Wir machten zwei Gruppen, eine kletterte eher einfache Mehrseillängen und die andere verbrachte den Tag mit etwas schwierigeren Mehrseillängen. Während dem Klettern wurden wir mal von kurzen Regenschauern überrascht. Die nassen Platten waren so ziemlich schwer zu erklimmen. In der Hütte gab es ein feines Abendessen und dann wurde noch gemeinsam Zeit verbracht.

Ausgerüstet mit Pickel und Steigeisen ging es am dritten Tag los zum Rhonegletscher. Es war am Morgen ziemlich kalt und windig. Auf dem Gletscher war es natürlich auch nicht wärmer. Wir teilten uns in Seilschaften auf und machten uns bereit. Erst liefen wir einfach ein bisschen auf dem Eis herum. Wir übten das korrekte Gehen mit Steigeisen und kundschafteten den Gletscher genauer aus. Für das Picknicken am Mittag trafen wir uns an einer sicheren Stelle, seilten uns ab und konnten unsere Rücksäcke ablegen. Danach konnte man einen Parcours machen wo man durch eine Spalte klettern durfte. Oder wir konnten uns in eine Spalte abseilen und danach gut zehn Meter mit Steigeisen und Pickel hochklettern. Wir übten auch noch wie man jemand richtig aus einer Spalte holt oder andere spannende Sachen über Eisschrauben, Sicherheit und Klettern im Eis. Als sich ein Gewitter über dem Rhonegletscher ankündigte verliessen wir diesen wunderschönen Platz. Wir schafften es fast trocken bis zu den Bussen. Den Abend verbrachten wir mit einem Spiel. Es gab drei Gruppen die zusammen jeweils ein Spiel machten, wo man Rätseln lösen muss. Das Spiel kann man allerdings nur einmal spielen, weil man oft etwas ausschneiden muss oder reinmalen. Aber es machte viel Spass und brachte uns allen sicher ein paar Gehirnzellen mehr.

Am vierten Tag regnete es schon früh morgens. Dafür durften wir bis acht Uhr ausschlafen. Was alle freudig ausnutzten. Dann ging es los auf eine Wanderung auf das Sidelhorn. Als wir dann endlich oben ankamen war es kalt, nass und windig, so dass wir gleich wieder runter gingen. Auf dem Rückweg wurde das Wetter aber immer besser. Die Küche zauberte uns, als Ergänzung zu unserem eigenen Lunch, aus dem Reisresten von gestern Abend Sushi. Es war sehr lecker auch ohne Fisch. Am Nachmittag hatten wir die Wahl, wollten wir Strahlen gehen oder in der Hütte bleiben. Eine Gruppe ging nochmals nach draussen um Kristalle zu suchen während die Anderen in der Hütte noch das Rätselspiel von gestern fertig machten oder die Zeit mit Lesen, Spielen oder sonst etwas Kreativem verbrachten. Am Abend als alle ihre Sachen zum Trocknen aufgehängt hatten schauten wir noch ein Film. «Free Solo» brachte uns alle ins Schwitzen und löste auch einige Diskussionen aus.

Und schon brach unser letzter Klettertag an. Früh am Morgen kamen uns die Leiter wecken. Nach dem Morgenessen hatten wir die Wahl, entweder gingen nach Gletsch in einen Klettergarten oder auf eine vielversprechende Grat-Klettertour, die ein wenig anspruchsvoller war. Im Klettergarten in Gletsch hatte es verschiedene Top-Rope- Routen und eine Mehrseillänge. Die Hälfte der Gruppe machte die Mehrseillänge am morgen, am Nachmittag wurde gewechselt. Für die Grat-Tour brachte uns eine Autofahrt auf den Furkapass. Als wir 1.5h Wandern viel schneller als erwartet hinter uns hatten, kamen wir am Einstieg an. Es war eine mega schöne, eindrucksvolle und endlich wieder eine griffige Tour über den Schildkrötengrat. Wir überlebten sogar die 6c+, zwar mit einer Bandschlinge als Hilfe – aber psst… 😊 Nach dem Zmittag auf dem Gipfel und einer Rivella in der Sidelenhütte ging es schnellen Schrittes zurück ins Auto, so das wir das 7 Uhr Lichtsignal noch erwischten. Nach einem feinen Znacht (es gab das beste Gulasch der Welt) gab es das fast schon traditionelle Abschlussspiel in dem es darum geht Personen durch ein Netz aus Seilen zu lupfen, stemmen, werfen, ziehen oder einfach durch zu steigen Für die etwas Jüngeren (nicht Kleineren) hieß es schon bald; ab in die Federn. Für die Älteren gab es entweder noch einen spontanen Tanzkurs (Disco Fox) von Ueli und Ursulina oder man machte sonst noch was, um halb 3 waren dann alle im Bett.

Heute ist der letzte Tag. Trotzdem ging es früh los denn wir mussten noch alles aufräumen und Putzen. Doch zuerst aßen wir noch ein letztes Mal zusammen Zmorge. Dann ging es los mit aufräumen und Putzen (da gibt es nicht viel zu erzählen). Die ersten die fertig wurden konnten draußen spielen, strahlern oder sonst was. Als alle fertig waren verabschiedeten wir uns von der Hütte und machten uns auf den Weg. Nach gut einer Stunde machten wir am Lungerersee Pause. Dort konnten wir baden, essen und rumalbern. Als wir gerade los fahren wollten kam im Radio eine Meldung von einer Bombendrohung auf unserer Strecke. Das bedeutete das wir einen riesigen Umweg machen mussten doch zum Glück wurde uns nicht langweilig auch wenn einige unter uns schlafen wollten. Rund drei Stunden kamen wir schließlich in Herisau an.

Danke an alle Leiter es war wie immer ein mega tolles Lager.

Ladina, Lars